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Tag 18

Der Schwarze und der Weiße Wolf

Eines Abends saß ein alter Indianer mit seinem Sohn am Lagerfeuer.

Es war dunkel geworden.

Die Bäume um sie herum warfen schaurige Schatten und das Feuer knackte und knisterte, während die Flammen in den Himmel züngelten.

Der Indianer schaute nachdenklich in die Flammen.

„Das Flammenlicht und die Dunkelheit, sind wie die zwei Wölfe, die in unseren Herzen wohnen.“

Fragend schaute ihn sein Sohn an.

Nach einer Zeit des Schweigens begann der Indianer seinem Sohn eine Geschichte zu erzählen.

„Der eine, – der Schwarze Wolf ist böse.

Er arbeitet mit Angst, Ärger, Sorgen, Schuld, Lügen, Unterdrückung, Vorurteile, Eifersucht, Neid, Gier, Überheblichkeit, Arroganz, Feindschaft und Hass.

Er ist rachsüchtig, aggressiv und grausam.

Der andere, – der Weiße Wolf ist gut.

Er nutzt Zuneigung, Vertrauen, Aufrichtigkeit, Offenheit, Liebe, Wohlwollen, Güte, Verständnis, Mitgefühl, Freundschaft, Frieden, Rücksicht, Gelassenheit, Hoffnung, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Wahrheit und Freude.

Dieser Wolf ist liebevoll, sanft und mitfühlend.

In jedem von uns lebt ein Weißer und ein Schwarzer Wolf.

Zwischen beiden Wölfen findet ein immer währender Kampf statt.“

Der Enkel schaute nachdenklich in die Flammen des lodernden Feuers.

Er dachte über die Worte seines Vaters nach.

Nach einer Weile frage er:

„Sag Vater, welcher der Wölfe gewinnt den Kampf?“

Der Indianer sah ihn eindringlich an und antwortete:

„Es gewinnt der Wolf, den du am häufigsten fütterst!“

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